Rezensionen zur zweiten CD „Am fernen Horizonte“


Männerkehlen, Hörnerschall, Hallo und lustiges Jagen im grünen Wald - Lied hoch!
.....In frommer Anwandlung geht die Liedertafelstunde zu Ende: mit einer Melodie aus Johann Friedrich Reichardts riesigem Liederschatz, die Howard Arman für Männerchor und Hornquartett wohltönend bearbeitete: Heilige Nacht, Nacht der unendlichen Liebe!
Da das famose Leipziger Hornquartett nun einmal zur Liedertafel gebeten war, nutzte Arman die Gelegenheit, auch einige Sätze Mendelssohns, Schumanns und Webers sowie den Opernjägerchor Laut tönet durch Berg und Tal des vergessenen Münchner Hofkapellmeisters Peter von Winter mit Hörnerbegleitung bzw. Jagdfanfaren auszustatten.
Sängern, Bläsern und Chormeister ein dreifaches Vivat und Halali!
Lutz Lesle in „Das Orchester“, Ausgabe März 2004


Jo Ho! Tralala, lalala, lalala ... der berühmte Jägerchor aus Carl Maria von Webers romantischer Oper "Der Freischütz" zählt mit Sicherheit zu den prominentesten Männerchor-Gesängen überhaupt, und entsprechend nimmt er auf dieser CD eine zentrale Stellung ein. Weber traf mit diesem Juwel den Tonfall des Männerchor-Liedes in idealer Weise: Durch Hörnerklang unterstützte Jagdruf-Motivik, jubelnd aufstrebende und in Jauchzern sich entladende Melodik, blockhafte, dabei sehr stringente Harmonik. Nicht alle anderen Kompositionen des Genres, die Howard Arman für diese CD zusammengestellt hat, erreichen freilich das Niveau von Webers Geniestreich, aber es sind einige sehr reizvolle Stücke darunter. Ihre Thematik kreist oft um den kühlen, rauschenden Wald, das nach gut gezieltem Schuss zu Boden stürzende Wild und ein holdes Mägdelein, das seinen feschen Burschen bewundert: Man hat den Eindruck, sich gewissermaßen im Erdgeschoss der deutschen Romantik zu befinden.
Howard Arman hat die großartigen Männer seines Leipziger Rundfunkchores (für die Damen gab es bei dem Projekt natürlich nichts zu tun) hervorragend vorbereitet; so klingt heute kaum noch eine der wenigen verbliebenen Liedertafeln: Die ersten Tenöre müssen sich nicht eines dünnen Falsetts bedienen, sondern warten mit einem perfekten Mischklang auf, der sich jederzeit zum satten Forte steigern lässt. Mit solchen Männern an der Spitze lässt sich ein herrlich volltönender, geschmeidiger Klangkörper formen. Das Leipziger Hornquartett, bisweilen verstärkt durch eine Bassposaune, glänzt mit einem nicht minder homogenen und flexiblen Klang.
Michael Wersin in „Rondo – Magazin“, 16.8.2003